Erste Griffe: Finger senkrecht aufsetzen!

 

Die Finger sind bei (Grund) Akkorden so nah wir möglich aneinander gelehnt also in „Reih und Glied“

Sie berühren sich so weitgehendst, denn wenn sie das nicht tun, fischen sie sozusagen als einzelne Finger im Trüben und finden später nicht zu einem Ganzen, zu einem kompletten Griff zurück. Außerdem ist ihre Ausrichtung nicht parallel, sondern schräg zu den Bünden. (jeder Griff ist ein klein wenig anders, was die Haltung angeht).

 

Sie sind vorne so geknickt, dass die Fingerkuppen genau senkrecht auf die Saiten treffen, damit benachbarte Saiten auch klingen können !

 

 Auch sollen die Saiten wirklich die MITTE der Fingerkuppe treffen (korrigieren, wenn nicht)

 

Sind die Griffe oft genug geübt worden, so finden die Finger bereits „in der Luft“ die richtige Stellung, schon bevor sie auf den Saiten aufsetzen!

Das tun sie aber erfahrungsgemäß in der Regel nur, wenn sie sich gegenseitig berühren.

 

Die klassische Haltung, also die mit dem „Knick“ im Handgelenk ist dafür wenig geeignet und wird für andere Aufgaben benötigt. Sie wurde entwickelt, um die Reichweite zu erhöhen. Bei der größtmöglichen Reichweite sind die Finger als Gruppe jedoch verunsichert und rufen ständig "Wohin?" :)  Für „Grundakkorde“ (open chords) kann sie sogar hinderlich sein, da die Finger isoliert voneinander agieren- (was sie auch bei der klassischen Haltung nicht tun bräuchten- aber ich sehe das sehr oft)

 

Von daher spreche ich kein Klassik-Verbot aus!  Wer mit der klassischen Haltung klar kommt, darf sie einnehmen, aber die Treffsicherheit und damit die Präzision bei hoher Geschwindigkeit (beim Um-greifen) wird durch sich gegenseitig berührende Finger stark erhöht.

 

Deshalb bei Akkorden, die nicht zu den Barree Akkorden gehören, getrost die klassische Haltung vernachlässigen und sich es so bequem wie möglich machen. Der Daumen darf entgegen der klassischen Haltung hier hinter dem Hals hervor schauen. Er bildet zusammen mit dem Zeigefinger eine Gabel, in der der Hals liegt (mehr oder weniger tief*).

 

Das bedeutet nicht, dass man den Handballen an den Hals pressen darf, das Handgelenk sollte vielmehr gerade sein.

 

Was die Handfläche betrifft hier ein Beispiel:

 

Greifen wir ein D, sollte die Handfläche fast im 90° Winkel zum Hals stehen (was ein Einknicken der Fingerspitzen vermeidet)

Greifen wir ein E, relativiert sich dieser 90° Winkel gänzlich. Die Handfläche ist sehr nahe am Hals. Ganz selbstverständlich!

 

*) Liegt der Hals vollständig in der "Gabel" (auffressen!) ist das in Ordnung, hängt aber davon ab, wie breit der Hals und wie lang die Finger sind. Auf einem schmalen Griffbrett "auffressen" wird nicht funktionieren, da nun die Finger u.U. so lang sind, dass sie sich wünschen, sie könnten NEBEN dem Griffbrett greifen (Finger einknicken verboten!)

 

Um das zu verhindern, muss die "Gabel" so eng geschlossen werden, dass zwischen Hals und Gabel ein gewisser Abstand ist..

  Auch jetzt liegt der Hals fest auf und ist bereit für den Druck, der gegen ihn durch das Greifen ausgeübt wird.

Das muss man ausprobieren und ist auch bei jedem Griff ein wenig anders, führt aber auf Dauer zu einem bequemen, schnellen (Um-) Greifen ohne Verrenkungen.

 

Fazit:

 

Der Daumen wird so weit hoch genommen, die "Gabel" so weit geschlossen/geöffnet, bis die Finger die optimale Länge (Reichweite) haben, um sich senkrecht auf die Saiten zu legen.

 

Die Handfläche oder der Handballen berühren den Hals nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Tags: üben Metronom

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